
Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage haben Anleger zu Beginn der neuen Handelswoche den Rückwärtsgang eingelegt. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils fast ein Prozent auf 12.140 beziehungsweise 3396 Punkte.
Im Fokus stand erneut der Konflikt um den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Zudem warfen die Wahlen des Europa-Parlaments am Wochenende ihre Schatten voraus. In der vergangenen Woche hatte der Dax gut ein Prozent zugelegt. "Der Handelsstreit dürfte, solange keine neuen Nachrichten über die Ticker laufen, erst einmal in den Hintergrund rücken", sagte Marktstratege Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Bei der Europa-Wahl allerdings wittern die Gegner der Europäischen Union nun ihre Chance." Sollten die eurokritischen und rechtspopulistischen Parteien Rückenwind erhalten, werde die Unsicherheit bei Anlegern steigen. Unter den größten Verlierer an den europäischen Börsen waren die Aktien von Chipherstellern wie Infineon, Dialog Semiconductor und ASML mit Abschlägen von je gut vier Prozent. Einem Bericht der japanischen Zeitung "Nikkei" zufolge setzte der Münchener Infineon-Konzern Chiplieferungen an Huawei aus. Infineon habe damit auf die Entscheidung des US-Handelsministeriums reagiert, Huawei auf eine schwarze Liste zu setzen. Damit ist es den Chinesen und anderen Firmen untersagt, mit US-Unternehmen Geschäfte zu machen. Auch die Google-Mutter Alphabet stellte nach Angaben aus Firmenkreisen Teile ihrer Geschäftsbeziehungen zu dem Netzwerkausrüster ein. ÖSTERREICHER BEREITEN SICH AUF NEUWAHLEN VOR Für etwas Zuversicht sorgte die Einigung der USA mit Kanada und Mexiko auf eine Abschaffung von Zöllen auf Aluminium und Stahl sowie auf Agrarprodukte. "Das weiterhin eher konstruktive Verhalten des US-Präsidenten in Sachen Welthandel lässt die Sorgenfalten auf den Stirnen der Investoren, die sich vor einem Handelskrieg fürchten, zumindest nicht größer werden", sagte Marktexperte Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. Stirnrunzeln verursachte dagegen das politische Beben in Österreich. Der Wiener Leitindex war mit minus 0,8 Prozent auf 3035 Punkte einer der schwächsten Indizes in Europa. Die zehnjährigen Anleihen der Alpenrepublik rentierten mit 0,23 Prozent etwas fester. Nach dem Bruch der rechts-konservativen Regierung ist offen, von welcher Regierung Österreich bis zur Neuwahl im Herbst regiert wird. RYANAIR ZIEHT LUFTHANSA & CO. NACH UNTEN Bei den Einzelwerten am Aktienmarkt sorgte die irische Billigflugline Ryanair für Verunsicherung mit einem unerwartet deutlichen Ergebniseinbruch. Ryanair-Aktien brachen an der Börse in Dublin um bis zu sieben Prozent auf 10,05 Euro ein. Die Titel der Lufthansa waren mit einem Minus von bis zu 2,2 Prozent einer der größten Dax-Verlierer. Papiere der Rivalen Easyjet, IAG und Air France-KLM büßten jeweils rund 1,5 Prozent ein. Wenige Tage von der Hauptversammlung näherten sich die Aktien der Deutschen Bank ihrem Rekordtief von 6,68 Euro von Ende Dezember an. Die Titel verloren zeitweise 2,2 Prozent auf 6,69 Euro. Händler verwiesen auf eine Empfehlung der Analysten von UBS zum Verkauf der Aktien. Zudem verunsicherte ein Bericht in der "New York Times" über auffällige Zahlungen bei Unternehmen von US-Präsident Donald Trump und seines Schwiegersohns Jared Kushner, die von Mitarbeitern der Deutschen Bank nicht bei der Finanzaufsicht gemeldet wurden. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe zurück.
rtr
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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters
https://www.boerse-online.de/nachrichten/ressort/maerkte/dax-im-minus-lufthansa-aktie-im-sinkflug-1028213231
2019-05-20 09:19:00Z
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